Als neulich eine von mir sinvoll erachtete Anschaffung anstand und ich meine Frau darüber informierte, bekam ich zur Antwort: „Das brauchen wir nicht“. Damit schien für sie der Fall erledigt.

Mir kam danach die alte Diskussion über den „Womans Acceptance Factor“ bzw. „Wife Acceptance Factor“ in den Sinn. Die Definition dieses Faktors ist hierzulande  mittlerweile mehr als 14 Jahre alt, zumindest datiert ein Artikel aus der „c’t“ auf das Jahr 2003. Damals ging es um einen an der Decke hängenden Beamer, dessen armdicker Verkabelungsstrang von nun an das Wohnzimmer zieren sollte und durch die Dame des Hauses abgelehnt wurde. Allen Argumenten zum trotz, man habe ja jetzt auch eine 2m Bilddiagonale für die Lieblings-Kochshow, wurde die Beameranschaffung – wenn ich mich recht erinnere – ersatzlos gestrichen.

In den USA wurde der Begriff schon 1983 geprägt (Quelle: Wikipedia), hier waren scheinbar monstergroße Lautsprecher der Stein des Anstoßes.

Der Satz „Das brauchen wir nicht“ deutet in meinem Fall auf sehr niedrigen WAF hin.

Mathematisch betrachtet ist der WAF eine natürliche Zahl zwischen 0 und 1, wobei die 0 hier für null Akzeptanz, die 1 für ein uneingeschränktes „Ja“ steht. Es bleibt also festzuhalten:

Wahrscheinlichkeit einer Anschaffung = 100% * WAF
wobei gilt:  0  WAF 1

Erfahrungsgemäß führen nur Werte über 90% zu einer sofortigen Anschaffung, bleibt doch das Restrisiko bei Werten zwischen 50% und 90% eines späteren „Habe ich Dir doch gleich gesagt“ oder „Hätten wir das andere gekauft hätten wir jetzt…“ genörgel.

Im schlimmsten Fall folgt „Jetzt bin ich an der Reihe“ und es wird der Wohnzimmertisch gekauft, der so gut zum Teppich passt, auf dem die Katze so gerne liegt.

Beispiel einer  Frau, der man den niedrigen WAF vom Gesicht ablesen kann.
Nein, ich kenne die Dame nicht. Quelle: Pixabay.

Niedrigen WAF haben im Allgemeinen die folgenden Dinge:
Motorrad, Oldtimer, große Lautsprecherboxen, surrende Beamer, sichtbare Kabel jeglicher Art. 

Mit einem hohen WAF rechnet man bei den folgenden Dingen:
WLAN, flache Fernseher (ohne sichtbare kabel), kleine Geräte, sparsame Autos, Blumenmuster, alles mit Katzen. Generell muss es unsichtbar, geräuscharm, mit Fell oder glitzernd sein.

Ich möchte betonen, dass die oben angegebenen Dinge nur beispielhaft zu sehen sind. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass durchaus auch das Fabrikat des Oldtimers eine Rolle spielt, der Verbrauch ist dann auch nebensächlich.

Über den Autor

Martin Gros, vielseitig interessiert an genau den Themen, die hier in diesem Blog behandelt werden. Style, Food, Autos.... Männerthemen halt. Internetaffin (seit 29 jahren IT Business), verheiratet.

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